Rauchmelder-Pflicht in NRW

Rauchmelder-Pflicht in NRW

with Keine Kommentare

Etwa 500 Menschen sterben in Deutschland jährlich an den Folgen von Wohnungsbränden, weil sie den giftigen Rauch eines Feuers im Schlaf nicht bemerken und ersticken.

In NRW gilt ab Januar 2017 eine grundsätzliche Rauchmelder-Pflicht. Vermieter und Eigentümer, die dagegen verstoßen, riskieren ihr Leben und auch ihren Versicherungsschutz. Nachfolgend haben wir Euch diesbezüglich ein paar Fakten zusammengefasst.

Welche Räume müssen ausgerüstet werden?

Schlaf- und Kinderzimmer sowie Flure, die als Rettungswege von Aufenthaltsräumen (dazu gehören Wohnzimmer) dienen, müssen mit mindestens jeweils einem Melder ausgestattet sein. Denkt daran, dass ihr bestimt auch gerne mal im Wohnzimmer ein Nickerchen macht. In Kellern und Treppenhäusern außerhalb der Wohnung müssen keine Melder installiert werden, Küche und Badezimmer sind ebenfalls ausgenommen.

Wie sind die Rauchmelder zu montieren?

„So, dass der Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird.“ Grundsätzlich ist ein Melder pro Raum ausreichend. Bei Räumen mit mehr als 60 Quadratmetern, langen Fluren oder ungewöhnlich verwinkelten Räumen können weitere Melder erforderlich sein. Die Melder sind mittig im Raum an der Decke und mindestens 50 Zentimeter von der Wand oder Einrichtungsgegenständen anzubringen. An Schrägen sollte der Abstand vom höchsten Punkt 50 Zentimeter betragen. Die Montageanleitung des Rauchmelders enthält weitere Hinweise. Der Melder kann verschraubt oder verklebt werden.

Wer ist zuständig für den Einbau?

Laut § 49 Absatz 7 der Bauordnung NRW müssen Vermieter und Selbstnutzer die Melder einbauen und in Betrieb setzen. Vermieter sollten sich vom Mieter den Einbau schriftlich bestätigen lassen. Anders als derzeit von diversen Fachbetrieben behauptet, müsse die Montage aber nicht von geschultem Fachpersonal angebracht werden. Aber natürlich kann Fachpersonal beauftragt werden.

Wer ist zuständig für die Wartung?

Die Betriebsbereitschaft der Rauchmelder nach dem Einbau zumindest in NRW der unmittelbare Besitzer, also der selbstnutzende Eigentümer oder der Mieter sicherzustellen. Dazu gehören die Funktionsprüfung, die Wartung sowie der Batteriewechsel. Als Funktionsprüfung dient das jährliche Drücken der Prüftaste, um den Alarm probeweise zu aktivieren. Der Batteriewechsel hat nach Angaben des Herstellers zu erfolgen oder spätestens, wenn der Melder eine Batteriestörung meldet.

Welcher Rauchmelder muss montiert werden?

Es dürfen nur Rauchmelder eingebaut werden, die nach der DIN EN 14604 zertifiziert sind, erkennbar an dem entsprechenden CE-Zeichen. Die Stiftung Warentest hat in ihrer Ausgabe 1/2013 diverse Modelle getestet; gute Melder gibt es ab 20 Euro.

Müssen Einbau und Wartung dokumentiert werden?

Experten empfehlen jedem Eigentümer, die Anlagen lückenlos zu dokumentieren. Dazu gehören ein Gerätepass und ein Wartungsheft. Damit können Vermieter im Ernstfall nachweisen, dass die Rauchmelder regelmäßig gewartet wurden. Wer einen Dienstleister für Wartung und Montage engagiert, sollte ebenfalls auf einer Dokumentation bestehen.

Was riskieren Eigentümer, die sich widersetzen?

Die kommunalen Behörden werden Einbau und Betrieb kaum kontrollieren können. Allerdings könnten die Ordnungsämter auf Grund von Hinweisen Kontrollen durchführen. Sind keine Rauchmelder im Gebäude installiert, kann die Gebäudeversicherung unter Umständen Leistungen verweigern oder kürzen. Denn Immobilienbesitzer sind in aller Regel auch gegenüber ihrem Gebäudeversicherung zur Einhaltung aller gesetzlichen, behördlichen und vertraglichen Sicherheitsvorschriften verpflichtet.

Grundlegend helft ihr Euch selber und dazu noch uns; ein früh erkannter Brand kann in den meisten Fällen Schlimmeres vermeiden!

Quelle: RP Digital GmbH / Foto: Forum Brandrauchprävention e.V.