Löschfahrzeuge mit Digitalfunk ausgestattet

with Keine Kommentare

Die Einführung des TETRA-Digitalfunks für alle Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (kurz „BOS“; Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, THW, etc.) ist derzeit eines der großen technischen Modernisierungsvorhaben in Deutschland (und funktioniert bislang auch ein wenig besser als die Fertigstellung des neuen Berliner Flughafens). Zukünftig soll ein bundesweit einheitliches Funknetz für Rettungs- und Sicherheitskräfte  zur Verfügung stehen und die bislang genutzten, kleinteiligen Analogfunknetze ablösen.

Im Kreis Soest kommuniziert die Polizei bereits via Digitalfunk. Alle weiteren Teilnehmer werden gerade technisch auf die Umstellung vorbereitet – so auch die Fahrzeuge der Erwitter Wehr.

In dieser Woche wurden die neuen Funkgeräte in die beiden Fahrzeuge unseres Löschzugs eingebaut (in diesem Zusammenhang vielen Dank an Rolf und seinen Kollegen für die gute Umsetzung).

Insgesamt ist nun jedes Fahrzeug mit 8 Funkgeräten ausgestattet; grobe und schwere 70er-Jahre-Klappertechnik befindet sich zusammen mit 90er-Jahre-Analoggeräten und den neuen Digitalgeräten auf kleinsten Raum und man könnte fast meinen, dass es sich um die Ausstellung „Funktechnik im Wandel der Zeit“ handelt.

Nach den ersten Erfahrungen mit dem Digitalfunk fällt die bessere Sprachverständlichkeit auf. Auch wird – nach dem Abschluss des Ausbaus – die Flächenabdeckung mutmaßlich besser sein als beim Analogfunk. Zusätzlich ist das Digitalfunknetz abhörsicher (zumindest so lang, bis die Codierung geknackt wird und es die App „Geheimer BOS-Funk für jedermann“ gibt).

Wie im bisherigen Analognetz sind Funkgespräche in einer Gruppe möglich, zusätzlich können nun Teilnehmer individuell „angerufen“ und Einzelgespräche geführt werden.

Man muss sich jedoch an einen neuen Ablauf beim Funken gewöhnen; bislang galt „Denken-Drücken-Sprechen“ – zukünftig wird es „Denken-Drücken-Warten-Sprechen“ sein, weil – ähnlich wie beim Mobiltelefonnetz – die Verbindung erst aufgebaut werden muss (die geht natürlich schneller als beim Telefonieren; eine Gedenksekunde muss man sich jedoch angewöhnen, damit nicht ein Teil des Funkspruchs verschluckt wird).

Wie sich die neuen, filigranen Funkgeräte im Einsatz bewähren wird sich zeigen – mit den robusten Analoggeräten konnte man sprichwörtlich auch mal „einen Nagel in die Wand kloppen“.

Vorerst steht die Umstellung der Kommunikation mit der Kreisleitstelle im Fokus. Ob in einem zweiten Schritt dann auch der sog. Einsatzstellenfunk umgestellt wird und wir irgendwann nur noch mit Digitalfunkgeräten arbeiten, ist offen.

Persönliche Anmerkung des Verfassers:

Kritisch betrachtet ist der BOS-Digitalfunk ein Mobiltelefonnetz auf Stand der 90er Jahre, dessen Zuverlässigkeit von vielen Fachleuten kritisch betrachtet wird. Dazu ist jedes noch so günstige Smartphone im aktuellen Netz viel leistungsfähiger als der Standard, mit dem wir zukünftig arbeiten. Ich bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt …